Rückbau   Leave a comment

Heute habe ich eine Doku über den Rückbau von Kernkraftwerken geschaut. Das war voller Emotionen für mich. Habe ich doch damals geholfen, die Strahlenschutzbelehrungen zu fotografieren. Ich kannte also die Orte, die Geräte aus der Zeit, wo sie noch in der Blüte der Zeit standen, aus eigener Anschauung. Wo das alles noch ganz toll war. Als man noch vom Fusionsreaktor träumte.

Ich kenne die großen runden dicht schließenden Türen, die ganzen Sperren und Schleusen, wo man sich umziehen muss, um den kontaminierten Bereich so klein wie möglich zu halten, aus eigener Anschauung. Die Duschen, wo man sich abseifen muss, bis die Haut frei von strahlenden Partikeln ist. Das ist keine Arbeit für mich, weil ich dafür zu oberflächlich bin und nicht penibel genug, weil man von der Strahlung nichts sieht oder spürt. Man muss einfach den Messgeräten vertrauen.

Die aufwendige Vorgehensweise um den Rückbau macht ein bisschen wehmütig, die schönen Allmachtsträume von der Beherrschbarkeit der Natur sind im Abfalleimer der Geschichte gelandet. In den 1970er Jahren war es noch Zukunftstechnik, jetzt ist es schon zum Problemfall geworden, weil immer noch keine wirklichen Lösungen gefunden oder entwickelt wurden. Ich bin zu sehr Mann, um nicht auch an diesen Träumen und Fantasien Gefallen gefunden zu haben. So wie die Idee, das Mittelmeer durch einen gigantischen Damm abzusperren, um so neues Land und Boden zu gewinnen, das Atlantropa-Projekt.

Heute musste man erkennen, dass der Abriss eines AKWs doch noch teurer ist, als damals eines zu errichten. Ich habe damals schon nicht an die Verheißungen der Wissenschaft geglaubt, heute noch weniger.

Ingenieure und Machbarkeitsfantasien: Ich finde es eigenartig, dass heute noch niemand mit der Idee eines großen Kühlschrankes gegen die globale Erwärmung ankam. Das ist natürlich nicht so trivial, da man keine Kälte erzeugen kann, sondern nur Wärme woanders hin transportieren.

Schule   Leave a comment

„Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten so drastisch verändert, aber wir haben immer noch die Schule von gestern“ – diese Überzeugung hat die Hamburgerin Heide Mombächer dazu gebracht, die „Ja! Junior Akademie“ zu gründen. Mit dem Pilotprojekt an der Clara-Grunewald-Schule Hamburg möchte sie Kindern die Möglichkeit geben, ihren Horizont zu erweitern und ihnen andere Perspektiven aufzuzeigen. Ein Schuljahr lang bekommen Schüler der dritten und vierten Klasse in drei unterschiedlichen Workshops Besuch von Experten aus der freien Wirtschaft.

Das ist der Begleittext zur Sendung „Junior Akademie“. So etwas in dieser Art ist ein alter Traum von mir. Schon damals in meiner Schulzeit hatte mich gelangweilt, dass ich Probleme lösen sollte, die nicht meine eigenen waren, Aufgaben ausrechnen, deren Lösung schon lange feststand. Wo doch die Welt draußen mit so viel Aufgaben auf mich wartete. Dabei war ich so voller Neugierde, voller Wissensdurst. Es gab so viel auszuprobieren und zu erfahren. Und ich hatte stets Unterstützung, Menschen, die Zeit und Energie zur Verfügung stellten für meine Ideen und Experimente.  Zu meiner Schulzeit war die große Zeit der „Münchner Lach und Schieß“, also eiferten wir dem nach. Ein Ventil für unsere Nöte, wo damals so vieles tabu war. Zwanzig Jahre nach Kriegsende durfte über vieles nicht geredet werden. Aber die Kunst erlaubte vieles in Worte auszudrücken, was sonst verboten war.

Das ist das Schönste im Leben: die Hilfsbereitschaft der anderen Menschen. Die vielen Menschen, die mir immer wieder geholfen haben, meine Ideen und Fantasien in Realität umzusetzen: die mir geholfen haben, in die Regeltechnik einzusteigen und den Klimaschrank in Betrieb zu nehmen, die mir geholfen haben in der Selbsthilfegruppe, geholfen bei den Gartenfesten oder diversen Veranstaltungen. Schade, dass ich immer so verschüchtert war und das alles nicht so nutzen und auskosten konnte. Da wäre vieles einfacher und leichter gewesen n meinem Leben. Heute denke ich: ach hätte ich mich nur getraut mit vollen Händen zuzugreifen und Glück und Freude auszuteilen. Das sind doch die Sachen, die nicht weniger werden, wenn man freigiebig austeilt, sondern nur mehr. Nein, wir brauchen nicht knausern.

Da möchte ich den Kindern Mut machen, sich auszuprobieren und zu verwirklichen. Schiller schreibt: „Das Auge sieht den Himmel offen, es schwelgt das Herz in Seligkeit!“ Das sollten sie sich so lange als möglich erhalten. Statt dessen hat man uns so oft Angst gemacht, mit dem Ernst des Lebens gedroht. „Wenn’s dem Ochsen zu wohl ist, geht er aufs Eis tanzen“

Ich habe im Leben begriffen, dass man am besten in einer Gruppe arbeitet. Da ist es unnütz, Schulnoten zu vergeben. Und ich bin ein Lerntyp, der am besten mit der Hand begreift, kein Theoretiker oder Formeltyp. Ja, ich kann nichts auswendig lernen, was mich nicht brennend interessiert. Gedichte in der Schule waren eine Qual für mich. Da habe ich doch lieber eins selbst geschrieben.

Wissen muss für mich immer vernetzt sein. Dann kann ich Analogien ziehen. Erfahrungswerte sammeln, dann brauche ich nicht lange zu berechnen. Das können andere besser. Ich freue mich immer, wenn jemand anderes was besser kann als ich. Das macht Spaß, mit ihm zusammen zu arbeiten, und Synergieeffekte zu nutzen. Solche Erfahrungen wünsche ich mir in der Schule für meine Enkeltöchter umgesetzt.

Als Gerhard Schröder den Satz losließ: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt!“, habe ich keinen Aufschrei gehört. Was will man in einer Welt ohne Visionen? Da würden wir heute noch so ähnlich wie die Tiere leben. Alle Weiterentwicklung stammt von Menschen, die Visionen hatten und sich nicht mit dem Üblichen begnügt hatten. Und darauf soll die Schule uns und unsere Nachkommen vorbereiten.

Veröffentlicht 7. Januar 2020 von Michael in Gedankensplitter

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Gewalt gegen Frauen   Leave a comment

 

Demütige Frauen am Kreuz

Heute war Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen, und alle haben sie in den Medien was dazu gesagt: dass sie Gewalt gegen Frauen nicht so gut finden. Aber wirklich was dran ändern wollen, hieße meiner Meinung nach bei den Wurzeln nachschauen. Eingeschliffene Verhaltensweisen hinterfragen, da wird es mühsam. In mir klingt immer noch der Spruch: „Hinter jedem Mann steht eine Mutter, die stolz darauf ist, dass er so geworden ist!“ Gewalt ist nicht nur körperlich, wo man manchmal die blauen Flecken sehen kann.  Gewalt ist ebenso psychisch, trifft die Seele, und Gewalt ist ganz wesentlich strukturell, aus der Gesellschaft heraus.

Wir müssen uns fragen, wo die jungen Frauen lernen, was sie bereit sind in einer Partnerschaft zu ertragen? Seit wann verwechseln sie Liebe mit Hiebe? Wir müssen uns fragen, warum sie sich schämen, das Scheitern einer Beziehung zuzugeben! Und wer muss sich denn schämen? Wo sind all die Frauen, die im Kindergarten gelernt haben „Nein!“ zu sagen und auch durchzusetzen? Wir müssen das Eheversprechen mit den guten und den schlechten Tagen hinterfragen, gerade wenn die schlechten Tage selbst gemacht sind. Solange wir als Gesellschaft das alles dulden und für mehr oder weniger selbstverständlich halten, warum sollen Männer sich ändern?

Vor gut zehn Jahren habe ich mal versucht eine Maßnahme für einen Mann zu finden, wo er hätte lernen können mit seinen Aggressionen umzugehen. Da war er Mitte Dreißig. Wir haben trotz aller Bemühungen nichts gefunden, was ihm hätte helfen können. Wäre er noch Teenager gewesen, wäre vielleicht was möglich gewesen. Ich frage mich, ob es genügt, jetzt mehr Frauenhäuser zu bauen? Das ändert doch nichts am grundsätzlichen Problem mit der Gewalt. Wenn eine Frau endlich sich überwunden hat und beim Frauenhaus anruft, ist das Unheil schon lange geschehen. Und warum wird ein Frauenhaus nicht respektiert und muss alle paar Jahre umziehen?

Ich wünsche mir mehr No-go-Bewusstsein, der Begriff der Toleranz wird mir zu sehr ausgeweitet. Statt dessen mehr „Das geht gar nicht!“. Ich finde, das fängt schon bei der Wortwahl an. wie kann ein Täter als Ex-Partner bezeichnet werden? So jemand kann doch kein Partner sein?

Und was mich extrem stört: die Kommentare gleich wieder unter den Beiträgen dazu von den Männern, die sofort meinen aufschreien zu müssen. Dabei sind Männer natürlich immer mitgemeint. Dabei spielen Männer, wenn es um Gewalt geht, in einer ganz anderen Liga. Gewalt gegen Männer geht genauso wenig wie gegen Frauen.

Veröffentlicht 25. November 2019 von Michael in Gedankensplitter

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Frauenmuseum   Leave a comment

Frauenmuseum: aufgeweckt oder eingeweckt?

Neulich war, passend zum Weltmännertag, in unserer Familie Männertag. Ich war mit meinen beiden Söhnen zum 35 Geburtstag im Frauen Museum Wiesbaden.

Den Frauen dort verdanke ich sehr viel. Sie haben mich begleitet auf dem Weg der Mann zu werden, der ich heute bin. Sie haben mich willkommen geheißen und ermutigt. Sie haben mir gezeigt, was Frauen so treiben, wenn sie keine Männer dabei haben wollen. Ich war dabei, als eine Traumreise durch die Enge einer Vulva begann. Ich durfte dort einen Vortrag in der weiblichen Form halten, wobei Männer natürlich immer „mitgemeint“ waren. Das ist mir nicht leicht gefallen vor all den Honoratioren damals.

Die Feier selbst war sehr schön, traditionell mit Kaffee und Kuchen. Der schwul-lesbische Chor aus Mainz hat neben anderen Liedern vertraute Weisen mit geändertem Text über herkömmliche Rollenbilder gesungen. Ein Tag so recht um in Erinnerungen zu schwelgen mit dem Charakter eines Ehemaligentreffens. Erinnerungen an eine Zeit, wo Frauen mutig und zornig auf die Straße gingen gegen §218: „Mein Bauch gehört mir!“

So war auch das Publikum: viele Zeitzeuginnen; ein „Weißt du noch damals?“, das über allem stand.

Wir gehen ans Eingemachte

Meine Söhne haben mich zu Recht gefragt: „Warum brauchen wir heute noch ein Frauenmuseum?“. Diese Frage möchte ich gerne an meine Leserschaft weiterreichen. Wie könnte man sich heute ein Frauenmuseum vorstellen? Es gibt doch im Feminismus so viele tolle Entwicklungen, junge Frauen, die sich ihr Leben frei gestalten, mit Vorstellungen und Ideen weit jenseits einer patriarchalen Welt und eines Feminismus einer Alice Schwarzer. Was gilt es sichtbar zu machen? Wie sieht er aus, der aktuelle Feminismus 2.0? Ich glaube, Männer tun sich durch die Bank viel leichter als Frauen, sich an die Brust zu schlagen und eine Laudatio zu halten.

Ich sehe ganz gerne die Sendungen, wo sich Landfrauen reihum gegenseitig bekochen und bewerten. Das bedeutet: jeweils eine bereitet wie früher in der traditionellen Rolle mit ihrer Familie und besten Freundin tagelang alles liebevoll vor. Aber das für mich Interessante, Spannende daran ist, wie diese Frauen ihre Lebensentwürfe gestalten, neue Dinge und Wirtschaftsformen auf ihren Höfen ausprobieren. Solche Entwicklungen einmal herauszuheben, wäre unbedingt die Mühe Wert.

Ich frage mich, mit welchem Weltbild sollen meine Enkeltöchter groß werden? Wir hatten nach dem Krieg keine guten Vorbilder. Ich selbst bin noch sehr devot und zu einem Angsthasen erzogen. Die sogenannten „Respektspersonen“ mussten mit einem „Diener“ begrüßt und unreflektiert auf einen Sockel gestellt werden! Das sollte sich bei der aktuellen politischen Lage dringend ändern.
Wie denken Sie darüber?

Veröffentlicht 13. November 2019 von Michael in Uncategorized

Regenbogen überm Fluss   Leave a comment

So menschenleer ist das Ufer recht idyllisch.
Auch der Fluss strömt still und unaufgeregt
in die untergehende Abendsonne.
Mit ihm fließt, sanft geschaukelt,
die Hektik und Unruhe der Stadt davon.
Ein Augenblick der Entspannung und Achtsamkeit.

Ein Moment der Gelassenheit,
des Innehaltens und Loslassens.
Bedürfnisse werden belanglos.
Sehnsüchte marginal.
Einfach nur da sein.
Das ist schon genug.

Während sich das Grau der Wolkendecke
bleiern im Wasser spiegelt,
überspannt der Regenbogen
farbenfroh und körperlos den Fluss.
Bald wird er wieder verschwunden sein.
Spurlos, und doch eindrucksvoll.

Veröffentlicht 5. September 2019 von Michael in Gedankensplitter

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Solidarität   Leave a comment

Ich habe mir gerade ein Filmchen über Solidarität angeschaut.

Solidarität ist für mich ganz wichtig. Für andere Menschen da sein, meinen Teil an Verantwortung übernehmen. Mich macht es glücklich, wenn ich anderen Menschen helfen kann nach meinem Vermögen. Das ist ganz tief in mir drin seit jeher. Seit meiner Schulzeit. Die Gaben und Begabungen nutzen, die man hat. Und wenn man nur jemandem zuhört. Menschen zum Lachen bringt. Das ist meine Vorstellung von Menschlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung.

Ich frage mich manchmal, wie soll die Gesellschaft aussehen, in der ich leben will. Und dann überlege ich, wie kann ich das in diese Richtung anstoßen? Wie kann ich Impulse setzen?

Leider setzt mir mein Körper zur Zeit enge Grenzen. Ich habe keine Ausdauer mehr. So kann ich seither nicht viel mehr tun als zuhören und meine Erfahrungen wiedergeben. Meine Energie reicht nicht mal mehr für die Gartenfeste vergangener Jahre, wo wir gemeinsam gefeiert, gegessen, gelacht haben. Gemeinsam eine unbeschwerte Zeit verbracht haben.

Manchmal hätte ich gerne mehr Erfolg im Leben gehabt. Wenn alles ein wenig leichter gewesen wäre!

Aber dann denke ich auch wieder, wie oft ich im Leben Solidarität erfahren habe. Wie oft mir andere Menschen mein ganzes Leben hindurch  selbstlos eine Hand gereicht und mich unterstützt haben. Und das ist ein schönes, wärmendes Gefühl. Das Gefühl, aufgefangen und getragen zu werden.

In „Solidarität“ steckt auch das Wort Solide drin. Festigkeit. Verlässlichkeit. Das gibt Sicherheit und Vertrauen. Daraus erwächst Zufriedenheit.

Und dann denke ich noch über das Wörtchen „genug“ nach. Ich frage mich dann: wann ist etwas genug? Tue ich genug?

Werde ich auch genug geliebt? Und andersrum: liebe ich auch genug?

Ich wünsche mir mehr Leichtigkeit im Leben. Leichtsinn. Unbesorgtheit. Übermut.

Wann hat man das Gefühl, man wird genug geliebt?

Veröffentlicht 31. August 2019 von Michael in Gedankensplitter

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Begeisterung   1 comment

Gestern Abend kam auf 3sat ein Konzert, welches Martin Grubinger mit vielen anderen Menschen am Linzer Dom gegeben hat. Martin Grubinger ist Percussionist, spielt also Schlaginstrumente. Er spielt brillant, mit großer Leidenschaft, gibt einfach alles. Da reißt er die anderen einfach mit. Das gefällt mir.

Am Mittwoch, bei einem Vortrag über aktuelle Traumatherapie, hat die Referentin immer wieder die anwesenden Fachkräfte ermutigt, sich etwas auszudenken und in der Therapie auszuprobieren. Eine Aufforderung, über das, was man im Studium gelernt hat, hinauszugehen.

Im Film „Rhythm is it“ sagt der Choreograf Royston Maldoom: „Ein Freund ist jemand, der dich unterstützt, wenn du dabei bist, etwas ganz Neues auszuprobieren in deinem Leben.“ Und ich glaube, das ist es: etwas Neues im Leben ausprobieren. Etwas wagen. Und dazu muss man vorher gelernt haben, sich etwas vorzustellen. Man braucht Fantasie, Illusionen, Visionen. Einer der schrecklichsten Sätze in meinem Erfahrungsschatz stammt von Gerhard Schröder: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt!“ Das liest sich so harmlos, ist aber sehr entmutigend. Seelengift.

Und ich glaube, genau da macht unsere Erziehung, unsere Schule, viel kaputt mit ihrem Leistungsanspruch. Es wird versucht, die Ergebnisse miteinander vergleichbar zu machen. Wo wir doch Menschen brauchen, die Lösungen finden. Kreativität braucht Leichtigkeit. Ständige Ermutigung, die Initiative zu ergreifen. Und Gemeinsamkeit. Aber statt dessen fördern wir oft Einfalt anstelle der Vielfalt.

Heinz von Foerster hat gesagt: „wir brauchen mehr Kinder, die sagen 2×2=grün!“ Aber unsere Gleichmacherei verhindert das. Wenn ich alle über einen Kamm schere, werden gerade die guten Ansätze abgeschoren, zurückgestutzt. Das Nicht-Angepasste, Individuelle, Eigenartige hat keinen Platz und fehlt dann in unserer Gesellschaft. Als Schüler habe ich schließlich gedacht, dass mein Gehirn nicht richtig funktioniert, weil es mit dem, was mir die Lehrer vermittelten, in grundlegenden Dingen nicht übereinstimmte. Das hat mich entmutigt. Heute weiß ich, dass ich damals Recht hatte! Mein Gehirn hatte stets richtig funktioniert. Ein später, allzu später Triumph.

Von Sir Simon Rattle habe ich mir aufgeschrieben: „Wenn ich mit jungen Musikern arbeite, sage ich: Leichtigkeit, aber nicht leicht wie eine Feder, sondern wie ein Vogel. Ein Vogel, der fliegt und dabei sein Gewicht trägt.
Wer sich diesen Beruf aussucht, weiß, dass er in der Schusslinie steht. Wenn du anderen vertraust, kann das weh tun, weil sich das Vertrauen nicht immer auszahlt. Aber so ist das nun mal. Wir haben alle verschiedene Lebensmodelle – und verschiedene Wege, uns zu schützen.“

Martin Bohus sagt in seinen Grundannahmen zur Therapie: „Jede Verhaltensweise der Anderen macht im subjektiven Kontext Sinn.“ Das ist oft nur schwer zu akzeptieren.

So, das waren mal wieder ein paar Gedanken, die mir durch den Kopf spuken.

Veröffentlicht 25. August 2019 von Michael in Gedankensplitter

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